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Traumafolgen

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  • Gruppentherapie zum Thema Traumafolgen

15 - 20 Sitzungen (á 100 Min.)

Termine / Start: Oktober 2022 - Beginn: 18.00 Uhr

Was sind Traumafolgestörungen?

  • Im Mittelpunkt stehen hier - in Ergänzung zu Traumafolgen nach singulären traumatischen Ereignissen (Überfall, Unfall usw.) - auch komplexe Traumafolgen (-störungen). Zu ihren gehören neben der posttraumatischen Belastungsstörung, wiederkehrende Depressionen, anhaltende Ängste oder Zwänge, Dissoziative Störungen, körperliche Beschwerden, medizinische Erkrankungen, Beziehungsstörungen, und die Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen. 
  • Kommen bei betroffenen Personen mehrere Traumafolgestörungen vor, dann handelt es sich um komorbide Traumafolgen.

Wie entstehen Traumafolgen?

  • Traumafolgen rühren oft aus einem anhaltenden traumatischen Stresserleben.
  • Zu den Traumafolgen bzw. Traumafolgestörungen gehört auch der Begriff der „Komplexen Traumatisierung“, um ggf. die Folgen von multiplen und/oder chronischen traumatischen Ereignissen zu beschreiben, die zumeist zwischenmenschlicher Natur sein können (z. B. Missbrauch und Misshandlung in der Kindheit, Kriegserfahrungen, Gewalt in der Nachbarschaft oder Gemeinde).
  • Eine chronische Traumatisierungserfahrung in der Kindheit  kann die  neurobiologische Entwicklung und mit ihr die Befähigung beeinträchtigen, in Stresssituationen sensorische, emotionale und kognitive Informationen ganzheitlich zu verarbeiten.  
  • Eine multiple Traumatisierung kann sich nachhaltig auf die kindliche  Persönlichkeitsentwicklung bis ins Erwachsenenalter hinein und weiter über die gesamte Lebensspanne hinweg auswirken. 
  • Entwicklungsangepasste, d.h. über einzelne Entwicklungsabschnitte in der Kindheit und im Jugendalter entstandene Traumafolgestörungen werden auch als  Entwicklungstraumata bezeichnet. Sie sind durch unsichere Bindungsmuster  gekennzeichnet, die zu Schwierigkeiten im partnerschaftlichen, sozialen und beruflichen Bereich führen können.
  • Nach heutigem Verständnis beinhalten Traumafolgen mehrere Problembereiche der Selbstorganisation. Das zeigt sich durch Schwierigkeiten, die eigenen Emotionen zu regulieren, durch ein niedriges Selbstwerterleben, durch ausgeprägte Scham- und Schuldgefühle und durch ein Vermeidungsverhalten gegenüber neuen Aufgaben und Herausforderungen.
  • Mitunter werden Kindheitstraumata auch erst unter erhöhten Belastungen im Erwachsenenalter getriggert und aktiviert.
  • Manchmal kann die Aktivierung eines Kindheitstraumas auch dann zu einer Traumafolgestörung wie der Posttraumatischen Belastungsstörung führen, ohne dass ein autobiographisches Erinnerungsvermögen mit den erlittenen Traumata in der Kindheit oder Jugendzeit verbunden ist.
  • Solche Einschränkungen in der autobiographischen Erinnerung können sich wiederum in unterschiedlich stark ausgeprägten Dissoziationssymptomen und / oder in dysfunktionalem Verhalten (z.B. Süchte, gewalttätiges Verhalten) zeigen.

Ziele der Gruppentherapie: 

  • Das psychoedukative Gruppentherapieprogramm ist stabilisierend und ressourcenorientiert ausgerichtet. 
  • Es ist praxisnah angelegt und enthält viele Übungsmöglichkeiten und Skills zur Stabilisierung und zum Ressourcenaufbau.
  • In dem Gruppenprogramm lernen die Gruppenteilnehmer*innen ihre biographischen Entwicklungspfade, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der eigenen Traumafolgen verantwortlich sind, systematisch zu erfassen und mit ihnen besser umzugehen. 
  • Es werden die verschiedenen Formen traumatischer Ereignisse, die zu Traumafolgestörungen führen können, näher beschrieben. 
  • Zum Verständnis für die Entwicklung einer Traumafolgestörung wird auf neuere Entstehungsmodelle eingegangen. 
  • Bindungstheoretische Grundlagen, die Diagnostik (DSM 5/ ICD 10/ ICD 11 tritt erst ab 2022 in Kraft), wissenschaftlich fundierte  Therapieverfahren und wirksame Strategien, die zur Bewältigung der Traumafolgen beitragen, werden vorgestellt. 
  • In den Sitzungen sind der gemeinsame Austausch, das themenbezogene Arbeiten und die Einzelfallarbeit zentrale Bausteine. 
  • In der Gruppentherapie wird ein fundiertes Verständnis zu komplexen Traumafolgen und deren Bewältigung erarbeitet - in den Bereichen:
  • Körperselbstwahrnehmung
  • Sozial-Emotionale Verarbeitung
  • Kognitive (Schema-) Verarbeitung
  • Selbstbewusstsein/Selbstwert
  • Sicherer Bindungsstil
  • Verhaltensregulation

Inhalte der Gruppentherapie:

  • 1.) Stabilisierungsstrategien durch  Präsenz, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Freude:
  • Dazu gehören verschiedene Präsenz-zentrierte und körperbezogene Übungen aus der Achtsamkeitspraxis, aus dem Somatic Experiencing, und dem Yoga. 
  • Praktische Körper- und Bewegungs-basierte Strategien zur Stärkung der Präsenz und bewussten Wahrnehmung werden durch Musik, Rhythmus, spielerisches Tanzen u.a.m. umgesetzt. 
  • 2.) Ressourcenaufbau und Selbstfürsorge: 
  • Was sind meine Ressourcen, welche Ressourcen möchte ich hinzugewinnen? Wie wichtig ist eine selbstfürsorgende Haltung und wie kann ich sie entwickeln?
  • Imaginationsarbeit, Übungen zum Selbstmitgefühl aus der Achtsamkeitspraxis und ressourcenbasierte Aktionen in vivo sind dabei wichtige Strategien.
  • 3,) Reduktion der Dissoziationen:
  • Wie zeigen sich bei mir Dissoziationen? Inwiefern wirken sich dissoziative Zustände ungünstig auf mein Leben aus? Welche Fertigkeiten und Strategien halten mich im Hier und Jetzt?
  • Psychoedukation zu Formen der Dissoziation; verschiedene Dissoziationsstops (DBT-Körperskills u.a.m.) werden eingeübt.
  • 4.) Verbesserung der Emotionsregulation
  • Was beinhaltet emotionale (Dys-) Regulation und wie äußert sie sich? Wie erreiche ich einen besseren Umgang mit (schwierigen) Emotionen?
  • Die Wahrnehmung von Emotionen, der Emotionsausdruck und ein situationsbezogener Umgang mit  Emotionen werden gefördert.
  • 5.) Verbesserung der zwischenmenschlichen Kompetenz
  • Wie kann ich meine zwischenmenschlichen Kompetenzen erweitern? Wie kann ich mir flexiblere und Sicherheit förderliche Verhaltensweisen aneignen und kooperative Beziehungspartner*innen finden? Wie kann ich soziale Konflikte bewältigen? Was davon gelingt mir bereits? Wie möchte ich den Kontakt zu anderen Menschen aufrechterhalten und befriedigender gestalten?
  • Soziale Kompetenzübungen, interaktive Rollenspiele, 2-Stühle-Technik u.a.m. werden angewandt. 
  • 6.) Verbesserung des Selbstwerterlebens:  
  • Wie kann ich bei mir Selbstwerterleben und Selbstakzeptanz erhöhen? Wie kann ich traumatisch gebundene interpersonale Schemata, die bei mir mit Erinnerungen an Angst, Scham und Verlust geknüpft sind, transformieren?
  • Anti-Scham-Übungen zur Stärkung der  Selbstakzeptanz u.a.m. kommen zum Einsatz.
  • 7.) Biographisches vs. traumatisches Erinnerungsvermögen:
  • Wie unterscheidet sich eine biographische Erinnerung von einer traumatischen Erinnerung?
  • Wie können traumatische Verarbeitungsprozesse (betr. interpersonale Schemata, Scham, Schuld, usw.) identifiziert und überwunden werden?
  • Psychoedukation und dosierte Exposition: durch Aufarbeitung der biographischen Entwicklungspfade können traumatische Erinnerungen neu verhandelt und als biographische Erinnerung verankert werden. 
  • Organisatorisches:
  • Das halboffene Gruppenangebot umfasst (mind.) 15 - 20 Doppelsitzungen (á 100 Min.). (Verlängerung der Teilnahme ist möglich).
  • bei wöchentlicher/14tägiger Sitzungsfrequenz
  • mit 6 - 8 teilnehmenden Personen
  • Die Gruppentherapie findet in meiner ambulanten Psychotherapeutischen Praxis statt 
  • die Teilnahme kann über einen Gruppentherapie-Krankenkassen-Antrag (zzgl.  Einzelsitzungen) gestellt werden 
  • Die Teilnahme an der Gruppentherapie ist auch ohne Kassen-Antrag auf Selbstzahlerbasis möglich. 

Voraussetzungen für die Teilnahme: Vorgespräch / Regelmäßige Teilnahme

Kontaktaufnahme: Sie erreichen mich zur persönlichen Rücksprache und Terminvereinbarung in meiner wöchentlichen Telefonsprechzeit.


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