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Gruppentherapie

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Ziele in der Gruppentherapie:

Zentral ist in der Gruppentherapie, zwischenmenschliche und emotionale Probleme zu lösen, problematische Verarbeitungsmuster abzuändern, Symptome zu reduzieren und hilfreiche Fertigkeiten aufzubauen. Die Vorteile einer Gruppentherapie bestehen darin, die Erfahrung zu machen, dass es anderen ganz ähnlich geht. Die Gruppe kann von dem Teilnehmenden als geschütztes Übungsfeld genutzt werden. Viele Probleme resultieren aus Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Gruppen bieten die Möglichkeit, mehr über Beziehungen zwischen Menschen zu lernen, d.h.:

  • Wie nehmen mich andere wahr?
  • Wie reagiere ich auf sie?
  • Was ärgert mich?
  • Was hilft mir?
  • Wie kann ich mit anderen Menschen zurechtkommen?
  • Was kann ich von anderen dazu lernen?
  • Somit kann jede/r in der Gruppe etwas erfahren und lernen, das dann im Alltag weiterhelfen kann. Ein wichtiges Anliegen einer Gruppentherapie besteht darin, in der Gruppe über das zu sprechen, was sich im Leben außerhalb der Gruppe ändern sollte. Der Erfahrungsaustausch kann Mut machen, es dann wirklich zu versuchen und in der Gruppe über die gemachten Erfahrungen zu berichten.
  • Welche Befürchtungen kann die Gruppentherapie hervorrufen? Manche Teilnehmende befürchten vielleicht, dass die Schwierigkeiten der anderen sie belasten könnten. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es sehr hilfreich ist zu erkennen, dass andere ähnliche Probleme haben und die Gruppenmitglieder sich gegenseitig eine Unterstützung sein können. Andere Ängste und Befürchtungen bestehen darin, dass die Teilnehmer sich gedrängt fühlen, zu viel von sich preiszugeben. Das wird nicht der Fall sein. Vertrauen in der Gruppe muss sich außerdem erst entwickeln. Jeder bestimmt selbst den Zeitpunkt und das Ausmaß dessen, was er der Gruppe mitteilen möchte. Es kann vorkommen, dass man sich in der Gruppe abgelehnt oder verurteilt vorkommt. Oder befürchtet, dass die anderen einem so auf die Nerven gehen, dass man die Kontrolle verliert.
  • Gruppenleiter achten darauf, dass die Gruppe und ihre Mitglieder einen offenen und fairen Umgang miteinander haben. Es ist wichtig, über diese und andere mögliche Befürchtungen in der Gruppe zu sprechen, damit sie verstanden und berücksichtigt werden können. So können auch beim Einzelnen das Scham- und Schulderleben über die eigenen Probleme zu berichten, nachhaltig reduziert werden.
  • Die Wirkfaktoren in der Gruppentherapie: die Wirkung von Gruppentherapie alleinig, begleitend oder an eine Einzeltherapie anschließend durchgeführt, ist in Studien gut belegt und stellt wegen ihrer einmaligen Wirkfaktoren eine echte Bereicherung dar, was gerade auch in Krisenzeiten für den Einzelnen sehr hilfreich sein kann.
  • Die Gruppe dient auch der Psychoedukation. Sie bietet eine bereichernde Informationsquelle und Aufklärung psychischer Zusammenhänge. Zentrale Wirkfaktoren sind Vertrauen, Offenheit und der Zusammenhalt einer Gruppe. Gefördert wird ein konstruktiver Gruppenprozess durch die Erfahrung der sozialen Unterstützung der anderen Gruppenteilnehmer*innen, mit der Erfahrung der Universalität des Leidens. Die Gruppe bietet einen Ort der Entstigmatisierung und der Solidarität. Sie fördert die Handlungsbefähigung der Teilnehmenden im Umgang mit den Belastungen und Widrigkeiten im Leben. Auch ein positives Modelllernen von gelungener Bewältigung anderer Teilnehmenden macht die Gruppentherapie zu einem hochwirksamen Unterfangen.

Formate der Gruppentherapie:

In salutogenetisch orientierten Gruppenformaten befinden sich Teilnehmende mit unterschiedlichen psychischen Störungsbildern und Beschwerden. Untersuchungen haben gezeigt, dass es bei psychischen Problemen gemeinsame Faktoren gibt, die sich überschneiden. Gemeinsame Faktoren bei unterschiedlichen mentalen Problemen beziehen sich häufig auf ein reduziertes Selbstwerterleben, auf emotionale und soziale Schwierigkeiten, auf ein soziales Vermeidungsverhalten, auf ungünstige Verarbeitungsmuster, auf weniger Motivation, geringere Handlungsbereitschaft, pder auch auf eine verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration. Solche Faktoren können die Zufriedenheit im Leben deutlich einschränken und können auch bei einem ungünstigen Verlauf zur Entstehung von psychischen Störungen beitragen (z.B. Angststörungen, Depression, Zwänge etc.).

  • Die Arbeit in der Gruppentherapie ist auf Gesundheitsförderung (salutogenetisch) und ressourcenorientiert ausgerichtet. Die Gruppenarbeit dient dem Aufbau von Selbstwert und Selbstakzeptanz, der Stärkung von Resilienz (Widerstandskraft), und auch bei vorhandenen Problemen der Rückfallprophylaxe und der Frühintervention bei psychischen Problemen. Die Gruppenarbeit dient der Befähigung zur Selbsthilfe. Dies erfolgt auch durch die Einübung selbstregulativer Fertigkeiten. Ziel ist der Erwerb einer Werte-und Bedürfnis-basierten, bewussteren und befriedigenderen Lebensführung im Umgang mit sich und dem sozialen Umfeld.

Ablauf einer Gruppentherapie-Sitzung: Die Gruppen können unterschiedlich stark vorstrukturiert sein. Je nach Absprache mit den Teilnehmenden in einer Gruppe können vorab ein Handout mit Arbeitsblättern ausgehändigt werden, das den Ablauf einzelner Gruppensitzungen markiert. Die Gruppentherapie-Angebote, die dem Aufbau eines Gruppentrainings ähneln, können von Anbeginn bis zum Ende durchstrukturiert sein. Ein Beispiel ist das "Achtsamkeitstraining". Schauen Sie sich am besten einfach die Beschreibungen an, ob Sie das interessant und geegnet finden. Sind Sie sich noch unsicher, ob eine Gruppentherapie sinnvoll ist und was sie da erwartet, können Sie sich auch gerne in den Treffen der "Grundversorgungs-Gruppe" informieren und anregen lassen.   

Demgegeüber können die Themen durch die Gruppenteilnehmer*innen erst zu Beginn der Gruppensitzung entschieden oder auch erst gemeinsam von der Gruppe erarbeitet werden, so wie bei dem Gruppenangebot zur "Selbstwirksamkeit".

  • Verhaltenstherapeutisch konzipierte  Salutogenese-Gruppen können geschlossen oder halboffen durchgeführt werden. Sie dienen der mentalen Gesundheitsförderung und zur Stressbewältigung, d.h. auch, dass Sie für sich und mit Unterstützung von den  anderen Gruppenteilnehmer*innen vorsorgen können, dass aus psychischen Belastungen keine psychischen Folgestörungen entstehen. Die Wirkfaktoren in einer Gruppe wie Solidarität und soziale Unterstützung helfen dabei, eigene Nöte mit anderen teilen zu können, und sie besonders in der Gruppe gemeinsam  bewältigen zu können.
  • Bei halboffenen Gruppen können Teilnehmende nach mehreren Sitzungsblöcken wieder aussteigen und neue Teilnehmende kommen in die Gruppe mit hinein. Gruppenmitglieder, die bereits an der Gruppe teilnehmen, können ihre Erfahrungen einbringen und beispielsweise die Gruppenregeln den neu hinzukommenden Teilnehmenden erläutern.
  • Gruppensitzungen folgen dabei einem bestimmten Ablaufschema:
  • Eröffnungsrunde -  Ankommen/Einführungsrunde: Die Teilnehmenden berichten eingangs kurz über sich. Um anzukommen, kann der Beginn der Sitzung auch durch eine Achtsamkeitsübung eingeleitet werden.
  • Bearbeitungsphase: In jeder Sitzung steht ein Thema im Mittelpunkt, das vorgegeben wird oder sich erst in der Sitzung durch die Gruppe erschließt. Die Teilnehmenden arbeiten gemeinsam an dem Thema.
  • In den Gruppensitzungen können sich zu Beginn auch ein oder zwei Gruppenmitglieder vorab für eine Einzelarbeit mit Unterstützung durch die Gruppe entscheiden. Die Inhalte können aktuelle Probleme aus dem Lebensalltag oder auch schwierige Erinnerungen an Vergangenes einschließen. Das erwünschte Ziel wird herausgearbeitet: Worum geht es ihr / ihm bei dem erwähnten Thema? Ideen werden darüber gesammelt, welche Methoden geeignet sind, um dieses Ziel zu erreichen (Rollenspiele, Körperarbeit, kognitive Verarbeitungsmuster – häufig auch am Flip Chart gemeinsam herausgearbeitet.
  • Beendigung: Die Gruppensitzung endet mit einer Abschlussrunde, in der mitgeteilt werden kann, was jede/r Teilnehmende aus der heutigen Sitzung mitnimmt. In der Abschlussrunde resümiert jedes Gruppenmitglied, was heute für sie/ihn am wichtigsten war.
  • Neu: die Grundversorgungs - Gruppe
  • Neu ist das Angebot einer niedrigschwelligen gruppentherapeutischen Grundversorgung in der psychotherapeutischen Praxis. Ziel dieses Angebots ist die Vorbereitung zur möglichen Teilnahme an einer Gruppentherapie.
  • Die Teilnahme an der niedrigschwelligen gruppentherapeutischen Grundversorgung ist bis zu 4mal für jede/n Teilnehmende/n möglich und ist offen für Alle.  Sie können sich hier informieren, wann die Durchführung einer Gruppentherapie sinnvoll ist, welche Themen in einer Gruppentherapie bearbeitet werden und wie eine Gruppentherapie stattfindet und durchgeführt wird. 
  • Vorbehalte, Ängste und sonstige Hemmschwellen können so durch Information und Austausch abgebaut werden (Grundversorgung).

Meine Gruppentherapeutischen Angebote:

  • Alle Informationen zu Termin, Uhrzeit und Inhalten der gruppentherapeutischen Angebote können Sie unter Gruppenangebote entnehmen.

Die Gruppenangebote - im Überblick:

  • Einstieg und Rahmenbedingungen für die Teilnahme an einer Gruppentherapie: An der Gruppe nehmen in der Regel 6 - 10 Klient*innen teil. Kleinere und größere Gruppen sind grundsätzlich möglich. In Pandemie-Zeiten ist die Gruppengröße auf max. 8 Personen in dem großen Praxis-Gruppenraum begrenzt.
  • Es finden je nach Gruppenangebot zwischen 6 - 24 Treffen/(Doppel-) Sitzungen (100 / 50 Min.) oder auch längerfrisitg in wöchentlichem Abstand oder 14 tägig statt.
  • In einer Sprechstunde/Vorgespräch wird über das Prozedere und über die Teilnahmevoraussetzung zum Gruppenangebot aufgeklärt. Vor Beginn der Gruppe ist ein individuell vereinbartes Vorgespräch die Voraussetzung für die Teilnahme an einem bestimmten Gruppenangebot.
  • Ein Gruppenangebot kann auch von 2 Therapeut*innen durchgeführt werden. Dann gelten jeweils gesonderte Rahmenbedingungen für die Abrechnung mit der Krankenkasse.
  • Gruppenregeln: Ist die/der Teilnehmende bereit zur Teilnahme, stimmt er als angehendes Gruppenmitglied bestimmten Regeln vorab zu, die in einem schriftlichen Einverständnis/ Gruppentherapievertrag von Mitglied und Therapeut*in festgelegt werden. Sie betr.: Regelungen zur Anwesenheit, Datenschutz, Schutzmaßnahmen in Pandemiezeiten. Z.B. ist es wichtig, dass Dinge, über die in der Gruppe gesprochen wurden, vertraulich behandelt werden, und nicht außerhalb der Gruppe weitererzählt werden. Nur so kann die Bereitschaft entstehen, offen über sich und andere zu sprechen. Ebenso wichtig sind auch eine regelmäßige Teilnahme und pünktliches Erscheinen u.a.m.
  • Finanzierung: Die Finanzierung der Gruppentherapietermine erfolgt im Vergütungsrahmen der GKV-/OÄP-Kassenzulassung für Gruppentherapie. Die Vergütung kann aber grundsätzlich auch auf Wunsch von dem Teilnehmenden privat zu einem festen Honorarsatz je Gruppensitzung/á 100 Min. geleistet werden.
  • Vorausgehend erfolgen Vorgespräche und dann die Antragstellung zur Gruppentherapie, zusammen mit gewünschten Einzelsitzungen. Diese Variante empfiehlt sich, damit zusätzlich einzeltherapeutische Sitzungen bei Bedarf und Indikation durchgeführt werden können.  
  • Es gibt also den Kassen-Antrag auf ausschließliche Gruppentherapie oder den Antrag auf Gruppentherapie mit zusätzlichen Einzelsitzungen. Ein Therapieantrag über die Krankenkasse ist kostenfrei. Genauso auch über den Leistungsträger der OEG.
  • Dann ist auch die Selbstzahlerbasis möglich (in der Regel 50 € pro Sitzung/100 Min. 
  • Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen gerne in meinen wöchentlichen Telefonsprechzeiten zur Verfügung.
  • Kontakt: Alle Gruppen-Angebote finden in meiner Pychotherapeutischen Praxis/Großgruppenraum statt: 48, 10719 Berlin-Wilmersdorf (U-Bahn: Spichernstraße & Hohenzollernplatz).