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Verfahren

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Ausgewählte psychotherapeutische Verfahren und Methoden in der Psychotherapie:

  • KVT: Die kognitive Verhaltenstherapie besteht seit den 60er Jahren. Sie wurde (u.a.) begründet u.a. von A. T. Beck, und bildet die Grundlage in der verhaltenstherapeutischen Arbeit. Die KVT steht für die Bearbeitung sehr vieler mentaler Störungen (Depression, Ängste, Zwänge, usw.).
  • In der KVT geht es darum, die Selbstbeobachtung (Introspektionsfähigkeit) in Bezug auf gedankliche Verzerrungen auszubilden, die eine Klientin und ein Klient brauchen, um z. B. negativem (depressivem) Denken aus eigener Kraft entgegensteuern zu können. Anhaftende ungünstige Denkmuster können das Leben stark einschränken, ohne dass es wirklich bemerkt wird, da sie in der Regel von Klienten-/innen als unabänderliche Tatsachen und zu sich gehörig erlebt werden. Mit Hilfe kognitiv-behavioraler Strategien wie sokratischer Dialog oder dem „Tagesprotokoll negativer Gedanken“ u.a.m. können ungünstige Verarbeitungsmuster vom Klient*in identifiziert und nachhaltig korrigiert werden.
  • CPT: Im Therapieansatz der Cognitive Processing Therapie zur Behandlung der (komplexen) Posttraumatischen Belastungsstörung (CPT) (Resick et al. 2007; König et al. 2012) wird intensiv an den Bewertungen des Traumas und typischen Denkblockaden gearbeitet, die auch als Stuck-Points („Hängepunkte“) bezeichnet werden, und die in der CPT analog zu den kognitiven Strategien in der KVT korrigiert Die Klienten-/innen lernen in der CPT außerdem zu unterscheiden, ob sich ihre Vermeidungsmuster auf „natürliche“ traumatisch bedingte Emotionen (z. B. Angst, Wut oder Ekel) beziehen, oder vielmehr auf sog. sekundäre, „gemachte“ Emotionen (z. B. sich schämen für die eigene Angst oder sich schuldig fühlen für den eigenen Ärger) beziehen. In der CPT lernen die Klient*innen, ihre natürlichen traumatisch bedingten Gefühle zu tolerieren, und die Stuck-Points für sich wirksam abzuändern.
  • DBT: Beim Therapieansatz der Dialektisch Behavioralen Therapie steht die Unterstützung der emotionalen Regulation (Bohus u. Wolf 2009) im Mittelpunkt. Die DBT wurde konzipiert für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeits-störung und ist seitdem für verschiedene Altersgruppen (für Jugendliche: DBT-A) und für komorbide Störungen wie die Posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTSD) modifiziert und weiterentwickelt worden. Für die Stärkung der Emotionsregulation werden Klient*innen viele Fertigkeiten vermittelt. Die DBT-Skills sind in mehrere modulare Gruppen aufgeteilt: Umgang mit Gefühlen, Achtsamkeit, Kriseninterventionen, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert. Das Modul Umgang mit Gefühlen ist wiederum in Untergruppen aufgefächert (Linehan 2015). Hierzu gehören beispielsweise die Arbeitsblätter „Veränderung schwieriger Emotionen“ und „Management extremer Emotionen“, und die Übungsblätter „Entgegengesetzt zu schwierigen Gefühlen handeln“ und „Achtsamkeit für gegenwärtige Emotionen“. DBT wird optimalerweise gleichzeitig in der Einzeltherapie und parallel im Skills-Gruppentraining durchgeführt.
  • TF-KV: Die Trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie: sie ist ein Behandlungstraining für Kinder und Jugendliche (Cohen u. Mannarino 2009). Tf-KVT ist ein psychosozialer Mehr-Komponenten-Ansatz, der integrativ Aspekte aus der Bindungstheorie, Ressourcenstärkung, und systemische Ansätze mit Einbindung der nahestehenden Bezugspersonen enthält. Es handelt sich um einen Behandlungsansatz im Rahmen der Richtlinie für Verhaltenstherapie, der von Cohen und Mannarino (2009) entwickelt wurde. In die Tf-KV fließen Kenntnisse zur Entwicklungstraumatisierung bei Kindern und Jugendlichen ein. Das Trainingsprogramm beinhaltet verschiedene Therapiephasen. Die Eltern / Bezugspersonen werden parallel einbezogen und nehmen zu jeder Trainingseinheit an einer gemeinsamen Sitzung mit dem Kind oder Jugendlichen teil.
  • Die Tf-KVT umfasst mehrere Therapiephasen, die modular aufeinander aufbauen. Sie lassen sich auf die individuellen Probleme und Bedürfnisse des Kindes und des Jugendlichen und seine Familie oder Bezugspersonen flexibel anwenden. Die Tf-KV basiert auf 4 Therapiephasen, die bezogen auf die einmaligen Bedürfnisse des Kindes und seiner Familie flexibel einsetzbar sind.
    Die Therapiephasen:
    1. Phase Psychoedukation (Aufklärung und Vermittlung),
    2. Phase Stabilisierung: Vermittlung und Einübung von Fertigkeiten,
    3.
    Phase Stress- und Trauma-Arbeit: mit Kind-/ und Bezugspersonen;

    4. Phase Integration: Sicherheit, Konsolidierung.

  • ACT: Die Akzeptanz und Commitment Therapie (Hayes u. Smith 2005) arbeitet prozessbasiert hinsichtlich unterschiedlicher Problemlagen und Störungen. ACT bezieht die kognitive Verhaltenstherapie und humanistische Verfahren ein. ACT motiviert „sanft“ zu Veränderungsschritten in Richtung kognitiver Dezentrierung und psychologischer Flexibilität. ACT orientiert sich an dem Ziel einer gesunden und authentischen Lebensführung, die sich an den Werten und Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten ausrichtet.

  • MBSR & MBCT:Achtsamkeitspraxis zur Stressbewältigung und zur Achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie zur Rückfallprophylaxe der Depression (Kabat-Zinn 2009; Segal et al. 2002) bietet traumatisierten Personen die Möglichkeit, einen selbstfürsorglicheren Umgang mit sich selbst zu erlernen. In jeder Sitzung kommen Achtsamkeitsübungen zum Einsatz, beginnend mit dem Body-Scan, gefolgt von achtsamem Yoga, achtsamem Gehen, dem 3-Minuten-Atemraum und der Atemmeditation. Ferner werden informelle Übungen für den Alltag, wie das achtsame Duschen oder das achtsame Essen, in den Sitzungen praktisch vermittelt. Die gesundheitsfördernde Wirkung der Achtsamkeit ist vielfach untersucht (Hölzel et al. 2010). Beispielsweise lässt Klient*innen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, die Befürchtung, unangenehme Empfindungen zu erleben, den Körper in einem erstarrten Zustand verharren und begünstigt ein gesteigertes Stress-erleben, das unablässig unangenehme Empfindungen erzeugt und weiter ängstigt. Achtsamkeitsübungen beruhigen das Nervensystem und senken die Übererregung. Ängstigende unangenehme Empfindungen können so nach und nach besser toleriert und verarbeitet werden (van der Kolk 2016).

  • SE: Somatic Experiencing (Levine, 2009) ist ein körperorientierter und ein ressourcenorientierter Ansatz zur Lösung von (traumatischem) Stress, der im autonomen Nervensystem (ANS) gespeichert ist. SE ist eine neurophysiologisch basierte Traumatherapeutische Methode (Levine 2009). Sie wird zur Überwindung von einzelnen traumatischen Ereignissen (Unfall, Überfall, schwere Erkrankung, OP-Komplikationen, Katastrophenereignis, u.a.m.) und zur Behandlung früher Bindungs- und Entwicklungstraumata altersübergreifend (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) eingesetzt.
  • Das Ziel von SE ist es, die natürliche Selbstregulation im autonomen Nervensystem wieder herzustellen und dadurch die im Körper als Folge von traumatischen Erfahrungen entstandenen Symptome zu lösen. Im SE werden blockierte sensorische Erfahrungen und motorisch unterdrückte Handlungsimpulse auf der Körperebene aktiviert, und einer resilienten Körpererfahrung wieder zugänglich gemacht, bei der die traumatisch gebundenen körperlichen Prozesse gelöst und abgeschlossen werden können. Pendulation, Titration, Entladung und Neuverhandlung stellen therapeutische Strategien dar, die das ANS neu ausbalancieren helfen. SE kann von Klient*innen auch selbstregulativ mit Hilfe ressourcenorientierter SE-Übungen angewandt werden.